Ich habe in der Vergangenheit schon einige Male zu Ihnen über verschiedene Themen gesprochen. Vielen Dank, dass ich hier heute wieder zu Ihnen sprechen darf. Thema heute sind die acht weltlichen Bedingungen oder ganz anders formuliert: wie führen wir ein gutes Leben?
Doch bevor ich zu diesen weltlichen Bedingungen oder auch Winde komme und sie erläutere, möchte ich mich in einem ersten Teil einem alten Römer zuwenden und dann in einem zweiten Schritt zu einem bedeutenden Denker des Mittelalters hinlenken. Damit möchte ich geistige Kriterien anführen, die uns in die Lage versetzen sollen, diese acht weltlichen Bedingungen auf unser eigenes Leben folgerichtig zu beziehen.
Leider erleben wir in unserem persönlichen Leben immer wieder Zeiten und Situationen, die uns mehr oder weniger schmerzhaft und leidvoll tangieren. Doch jeder Mensch reagiert und antwortet auf solche Unbillen ganz unterschiedlich, die ihr oder ihm im Leben widerfahren. Die einen nehmen Schicksalsschläge, Krankheiten, Verluste und andere sorgenvolle Erfahrungen innerlich an und versuchen, das Beste daraus zu machen. Andere wiederum resignieren, werden depressiv und verzweifeln. Die ersteren entwickeln resiliente Fähigkeiten und packen das Problem an und suchen Lösungsstrategien, die letzteren geben sich verloren und lassen den Kopf hängen und werden innerlich und äußerlich passiv.
Es ist also die Frage, wie gehen wir mit den Missgeschicken um, die wir im Großen wie auch im Kleinen erleben? Oder anders gefragt: wie kommen wir gut durch das Leben? Was gibt es zu tun oder – vielleicht noch wichtiger – was gilt es zu lassen?
Der römische Philosoph Seneca hat schon vor zweitausend Jahren in seinem kleinen Büchlein über „Die Kürze des Lebens“ seitenweise Ablenkungen wie Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen etc. aufgezählt, mit denen sich die Römer damals die Zeit vertreiben konnten. Doch immer wieder erklärt er, dass darin nicht der Sinn des Lebens zu finden ist. Für ihn ging es um etwas anderes, um etwas, das dem sich ständig verändernden Leben eher Sinn gibt und das den Menschen infolge immer wieder Augenblicke des Glücks zu schenken vermag. Seneca empfahl vielmehr, sich mit den Philosophien und Weltanschauungen, mit Religionen, Theorien und geistigen Zeugnissen zu beschäftigen, die in der Zeit die Jahrhunderte und Jahrtausende überdauern und die immer wieder die Menschen verschiedenster Generationen inspiriert und geistig angeregt haben und anregen können.
Die Ideen und Vorschläge dieses kleinen Büchleins – und natürlich vieles andere auch – haben mich selbst ermutigt, mich in meinem Leben mit Lehren und Gedanken zu beschäftigen, die zu diesen philosophischen Ausführungen von Seneca passen oder sie weiterführen. So lebte Ende des 13ten, Anfang des 14ten Jahrhunderts ein Eckhart von Hochheim, ein christlicher Theologe und Mönch, der als Meister Eckhart sehr bekannt wurde und dessen Gedanken und Predigten heute in unserer Zeit wieder eine große Aufmerksamkeit erfahren. So spricht Eckhart vom inneren und vom äußeren Menschen.
Den inneren Menschen vergleicht er mit einem Türrahmen, den äußeren Menschen mit der Tür, die sich in der Türzarge hin- und herbewegen lässt. Das Bewegen der Tür kann jedoch – wie wir alle wissen – nur gut funktionieren, wenn der Türrahmen stabil in der Wand verankert ist. Doch nicht nur die Tür braucht die Verankerung der Zarge, auch der Mensch benötigt eine innere Verankerung, um nicht von den emotionalen und geistig verwirrenden Winden und vielem anderen hinweggeweht zu werden. Im Bilde von Meister Eckhart hängt somit die Qualität und Stabilität, die Authentizität unseres menschlichen Lebens entscheidend davon ab, wie sehr der bewegliche, äußere Mensch mit dem unbewegten, inneren Menschen in unverdorbenem und wahrem Kontakt steht.
So formulierte Eckhart: (Zitat)
„Hier sollst du wissen, dass die Meister sagen, dass in einem jeglichen Menschen zweierlei Menschen vorhanden sind: der eine heißt der äußere Mensch, das ist die Sinnlichkeit; diesem Menschen dienen die fünf Sinne, und doch wirkt der äußere Mensch kraft der Seele. Der andere Mensch heißt der innere Mensch, das ist der Mensch der Innerlichkeit.“ [1] (Zitat-Ende)
Für Meister Eckhart besitzt der innere Mensch eine grundlegende Beständigkeit und Stabilität, die aus einer innerlichen Verbindung mit seiner tiefsten Ebene hervorgeht. Sie ist der tiefste, geistige Kern des Menschen, der tiefste Grund der Seele, jener Ort, an dem Gott im Menschen gegenwärtig ist.
Der Mensch, der mit diesem tiefsten, inneren Grund verbunden ist:
- ist geistig innerlich still, gesammelt und unbewegt von äußeren Impulsen und Reizen.
- ist im Innern frei und friedfertig.
- löst sich vom Eigen-Willen.
- ist jenseits von Bildern und Gedanken.
- wird „gelassen“.
- wird offen für das Göttliche und erkennt Gott unmittelbar im eigenen Inneren.
Eckhart spricht hierbei oft vom „Seelengrund“ oder von dem „Fünklein der Seele“. Dort geschieht nach seiner Auffassung die „Geburt Gottes in der Seele“ des Menschen. Das bedeutet: Der Mensch erkennt in seiner innersten Tiefe seine Einheit mit dem göttlichen Ursprung. Für Eckhart ist Gott dem Menschen nicht äußerlich fern, sondern ständig im innersten Grund gegenwärtig. Dieser innerlich verbundene Mensch lebt nicht mehr aus dem Ego, sondern aus Gelassenheit, Sammlung und innerer Freiheit.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Gott nicht einfach als ein Potential gesehen wird, dem alle möglichen, besonderen Merkmale zugeschrieben werden, wie groß, allmächtig, liebend oder ärgerlich und eifersüchtig, etc. sondern Gott oder die Gottheit wird als ein geheimnisvolles, bloßes Nichts gesehen, über das nichts gesagt werden kann, das sich unserem rationalen, intellektuellen Denken völlig entzieht. Eckhart geht dabei von einem negativen, apophatische Gottesverständnis aus im Unterschied zu dem kataphatischen, Eigenschaften zuschreibenden Verständnis über das Höchste und Absolute.
Im Gegensatz zu dieser unzerstörbaren Verbundenheit des inneren Menschen mit seinem göttlichen Urgrund, ist für Eckhart der äußere Mensch:
- an die Sinne gebunden.
- er lebt in Bildern, Dingen und Begierden.
- er wird von Sorgen und dem Ich-Empfinden und dem Ich-Willen bestimmt.
- er identifiziert sich mit gesellschaftlichen Rollen wie Besitz, Erfolg, Leistung, Status oder Emotionen.
- er wird von Ehrgeiz getrieben und verbleibt in Anhaftungen an seinen Ego-Strukturen.
- er ist zerstreut und bleibt abhängig von der Welt, da das Funktionieren im Alltag im Mittelpunkt seines Lebens steht.
Zusammenfassend ist – nach Eckhart – der äußere Mensch jener Teil von uns Menschen, der sich mit der Welt der Sinne, der Gedanken, der Wünsche und der äußeren Tätigkeiten identifiziert. Er ist gebunden an Zeit, Angst, Erwartungen und das ständige Reagieren auf äußere Ereignisse. Der äußere Mensch ist im moralischen Sinne nicht „schlecht“, aber er bleibt an der Oberfläche des Lebens hängen. Er dringt nicht in seine eigene Tiefe vor. Der äußere Mensch ist ein Abbild der natürlichen, menschlichen Existenz.
Problematisch wird es Eckharts Ansicht nach, wenn ein Mensch sich ausschließlich mit dieser Ebene identifiziert. Dieser Mensch hängt an den Dingen und verliert sich darin. Dann lebt das Ich „außer sich“ in den äußeren Dingen, ist in vielfältiger Weise unruhig, emotional und nicht authentisch, weil es in seiner Stabilität und inneren Ausrichtung von äußeren Umständen bestimmt wird. Dadurch verliert der Mensch den Kontakt zu seinem eigentlichen Wesen und kann die tiefere, göttliche Wirklichkeit nicht erfahren.
Die eigene Lebensweise, das eigene Verständnis über das Leben, die eigenen oftmals schmerzhaften Erfahrungen und Erlebnisse gilt es somit auf eine andere, höhere, bewusstere Ebene zu transzendieren, zu einem geistigen Verständnis über das Leben, das von Weite, von Klarheit sowie von Liebe und Mitgefühl bestimmt ist. All die Aussagen großer Gelehrter und Lehren aus klugen Büchern sind wie Verkehrsschilder, sind Zeichen, die uns auf Wege hinweisen, die es im eigenen Leben umzusetzen gilt. Echter Glaube führt somit hin zur Transzendenz, führt vom äußeren Menschen zum lebendigen, inneren Menschen. Der Schlüssel hierzu ist die innere Gelassenheit, die sich an nichts anbindet.
Der so abgeschieden gewordene Mensch, – wie Eckhart ihn nennt – der nicht an den Dingen der Welt und den damit verbundenen Erfahrungen anhaftet und festhält, lebt aber gleichzeitig entspannt und gelassen inmitten des Getöses und den Wirren der Welt. So ist dieser ledige Mensch – ein anderer Terminus von Eckhart – einerseits angebunden und getragen von der lebendigen Tiefe in sich und gleichzeitig verbunden mit dem Leben um ihn und sie herum.
Mit diesen Ausführungen über Seneca und Meister Eckhart habe ich – wie ich hoffe – eine geistige Sichtweise als Ausgangsbasis vorgestellt, mit der wir jetzt inhaltlich von Europa nach Asien wandern können. Die acht weltlichen Bedingungen oder auch die acht weltlichen Winde sind ein zentrales Konzept in der buddhistischen Philosophie. Diese Begriffe beschreiben bestimmte Ereignisse, die Menschen in deren Leben verstören können, die sie verwirren und unpassend und unangemessen reagieren lassen. Sie beschreiben vier Erfahrungen von Gegensätzen, von denen Menschen in ihrem alltäglichen Erleben emotional hin- und hergeworfen werden und leicht aus dem inneren Gleichgewicht geraten können, solange sie an Anhaftung und Ablehnung festhalten, solange sie somit von Attraktion und Aversion bestimmt werden und solange sie von ihren Egostrukturen gefangen gehalten werden.
Dies acht Winde bilden vier Gegensatzpaare:
- Gewinn und Verlust
- Erfolg und Misserfolg
- Ehre und Schande
- Freude und Leid
Diese genannten Erfahrungen und Lebenseinstellungen entstehen und vergehen ständig. Sie sind nicht dauerhaft. Auf sie kann emotional und geistig nicht gebaut werden, da sie keine dauerhafte Substanz beinhalten. Der historische Buddha Siddharta Gautama lehrte, dass Weisheit darin besteht, nicht blind auf diese „Winde“ zu reagieren, sondern sie vielmehr bewusst wahrzunehmen, ohne von ihnen beherrscht zu werden.
Diese Gelassenheit oder auch die Kraft des inneren Gleichmutes in der Auseinandersetzung mit den vier Winden zeigt meines Erachtens einen transzendierenden Weg auf, um vom äußeren, von den Verwerfungen und Brüchen des Lebens hin- und hergeworfenen Menschen in echten Kontakt mit dem verinnerlichten Anteil in uns Menschen zu kommen. Um von einem Menschen, der von den oftmals stürmischen Winden der Welt in ihm und um ihn herum zu einem innerlich stabilen, in sich selbst tief in Gott verankerten, und innerlich freien Menschen zu werden.
Doch was sind nun diese weltlichen Bedingungen?
- Gewinn und Verlust oder auch Glück und Unglück
Hier liegt ein Glaube zugrunde, dass weltliche Produkte die Kraft hätten, unsere tiefsten Wünsche zu erfüllen und zu befriedigen. Dem ist aber nicht so, denn nachdem ein Wunsch befriedigt ist, wandert der Geist zum nächsten Wunsch und sucht in erneuter Befriedigung persönliches Glück. Doch äußere Dinge können nicht wahrhaftig unsere innere Leere ersetzen. Es ist vielmehr so, dass die veräußerlichten Dinge die innere Leere des Menschen erst kreieren.
Das Wandern von Gewinn zu Verlust stellt einen oberflächlichen Lebensweg dar, der von Haben und Nicht-Haben bestimmt wird. Da im Leben immer wieder sich alles verändert, ist sicher, dass auch ein Gewinn nicht dauerhaft bleibt. Eine solche Lebens- und Denkweise hält uns vom vertieften Verstehen der eigenen Lebensdynamik ab. Wir leben dann eher in extremen Anschauungen von Haben oder Gewinnen und von Verlieren. Das erstere erscheint als Himmel, das letztere als Hölle.
Schließlich ist der Glaube, dass das weltweite Anwachsen der Produkte, die uns gehören, all unsere sozialen und wirtschaftlichen Probleme lösen hilft, ein Irrglaube, der die Probleme der Menschheit nicht reduziert, sondern verstärkt und anwachsen lässt.
- Erfolg und Misserfolg oder Anerkennung und Kritik
Diese Geisteshaltung wird vom Anhaften daran gespeist, erfolgreich sein zu müssen. Erfolg verliert jedoch seine Bedeutung, wenn wir im Leben mit schwierigen Situationen umgehen müssen wie Tod, Krankheit, Trennung von geliebten Personen, Verlust des Arbeitsplatzes, etc. Immer wieder müssen wir emotionale und andere Belastungen wie auch Stress aushalten. Stress entsteht, wenn der Wunsch eines Individuums, erfolgreich zu sein mit der Furcht kollidiert, Misserfolg zu erleiden.
Ein achtsames, gedeihliches Leben kommt mit einem Minimum an Stress aus, arbeitet an der eigenen Geistesverfassung und vertieft das eigene Bewusstsein, und lebt aus dem weisen Verständnis von wirklicher Liebe, rechter authentischer Handlung und strebt innere Befreiung an.
Was hier mehr zählt als Erfolg und Misserfolg, als Lob und Kritik, ist die Frage nach der eigenen Motivation. Was motiviert mich? Was treibt mich an, dieses oder jenes zu tun oder auch zu lassen? Die Frage dahinter ist die Frage nach der Reinheit meiner eigenen Absicht. Wie echt und ursprünglich ist die eigene Motivation? Bestehen in meiner Absicht Hintergedanken oder möchte ich wirklich in jeder Hinsicht hilfreich und nützlich sein?
- Ehre und Schande oder Ruhm und schlechter Ruf
Sich zwischen diesen beiden Polaritäten von Ehre und Schande zu bewegen, enthüllt und offenbart unsere Abhängigkeit von den Meinungen und Urteilen anderer. Sowohl sachliche Kritik als auch polemische Projektionen anderer muss jedoch nicht das eigene Selbst erschüttern. Lob und Tadel definieren in keinster Weise den eigenen Wert.
Man bleibt sich vielmehr dieser Polarität klar bewusst und ist:
- glaubhaft und authentisch in Bezug auf die eigenen Einsichten und Wahrnehmungen.
- Man ist stark und kraftvoll im Entwickeln der inneren Kapazität, Kritizismus von anderen auszuhalten und ihm zu widerstehen.
- Man ist innerlich angebunden an eine Geisteshaltung, für die Mitfühlen wichtiger ist als Konformität.
- Und man ist sich sicher und bewusst, ob die eingegangene, innere Verpflichtung nützlich, stabil und ausdauernd ist.
Dies alles ist jedoch nur möglich, wenn wir geistige Wachheit und lichte Klarheit sowie Gleichmut entwickeln. Kritisiert zu werden ermöglicht nämlich auch die Chance, zu vertiefter Einsicht und zu mehr Verständnis zu gelangen.
- Freude und Leid oder Vergnügen und Schmerz
Das, was erstmals als angenehm erscheint, kann sich jedoch sehr schnell als schmerzhaft und unangenehm erweisen. Der zeitliche Unterschied zwischen Vergnügen und Schmerz kann lang oder kurz sein. So kann das Vergnügen kurz sein, aber die unangenehmen Konsequenzen, die daraus entstehen, äußerst leidvoll. So entfaltete und entfaltet so mancher eheliche Seitensprung eine nicht beabsichtigte, peinvolle Dynamik. Auch können leider selbst gute Freunde zu widerspenstigen Gegnern werden. Und was in der Zukunft oft als sehr angenehm angesehen wird, erweist sich in Wirklichkeit meistens dann oft als nur durchschnittlich.
Manche versuchen allem und jedem einen Sinn und eine Aufgabe zu geben, andere können hinter all dem Leid in der Welt keinen Sinn erkennen: Doch unerfreuliches Leid taucht nichtsdestoweniger ganz einfach in unserem Leben auf, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind. Die hinduistischen und buddhistischen Gelehrten sprechen dann von den Auswirkungen des Karmas oder benennen diese Zusammenhänge auch als das Entstehen in Abhängigkeit. Das heißt, ohne Ursache oder Bedingungen kann nichts infolge ins Leben treten. Nichts entsteht aus dem Zufall.
Wir sollten und können deshalb durch verschiedene geistige Praktiken und Methoden, auch durch Meditation, tief nachdenken und umfassend und weise die immateriellen Kräfte und Gesetze des Lebens erkennen. Umso unter anderem z.B. zu verstehen, dass Gefühle nur Gefühle sind, dass Gedanken nur Gedanken sind, ohne uns in irgendwelche Identifikationen damit zu verrennen. Denn, obwohl Fühlen und Denken in jedem Menschen stattfinden, lehrt der buddhistische Meister Siddharta Gautama bezüglich des Gefühls und des Gedankens: „Das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst!“
Durch solch tiefere Einsichten und auch durch ein größeres Verständnis, was Vergnügen einerseits und Schmerz andererseits bedeuten, können wir lernen, unser Bewusstsein über die Grenzen und Beschränkungen unseres Geistes auszudehnen und zu erweitern.
Mit diesen vier weltlichen Bedingungen oder vier Winde haben wir Menschen immer wieder mehr oder weniger zu tun. Sie können uns heftig und leidvoll durcheinanderschütteln. Sowohl in den weltpolitischen Geschehnissen als auch in unserem privaten Leben spiegelt sich das Spannungsverhältnis zwischen innerem und äußerem Menschen. In der Auseinandersetzung mit diesen Gegensatzpaaren zeigt sich, ob wir mit dem freien, inneren Menschen in uns in Kontakt sind oder doch noch eher von den weltlichen Kräften bestimmt und ausgerichtet werden. Aber selbst wenn der äußere Mensch in unserem Mensch-Sein noch weiterhin dominieren sollte – wir wissen um die Richtung, die es geistig einzuschlagen gilt.
Mir ist bewusst, dass meine Ausführungen sehr kompakt und konzentriert sind – wie eine Kraftbrühe! Doch ähnlich wie ein Gärtner Samen in seinem Garten verteilt, in der Hoffnung, dass diese irgendwann zu kräftigen Pflanzen mit Blüten und Früchten heranwachsen, so hoffe auch ich, dass all diese Gedanken und die damit verbundenen Begriffe, die ich vorgetragen habe, in Ihnen weiterwirken und reiche Frucht und schöne Blüten hervorbringen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Klaus Eitel
[1] Zitiert nach: Katharina Ceming, Lass mal, Vier Türme Verlag, 2019, 101
